Biografie
P. Robert-Nathanael Hirsch,OFM
Franziskaner

Kindheit und frühe Prägung
Ich wurde am 27. Juni 1977 in Burglengenfeld in der Oberpfalz geboren. Mein Vater war US-Soldat, daher habe ich neben der deutschen auch die amerikanische Staatsangehörigkeit.
Aufgewachsen bin ich im Kinderheim St. Josef in Parsberg, wo ich von meinem 5. bis zum 17. Lebensjahr lebte. Dort prägten mich die Mallersdorfer Schwestern und Pfarrer Josef Kleber entscheidend. Bereits einen Tag nach meiner Erstkommunion begann ich zu ministrieren – ein Dienst, den ich bis ins junge Erwachsenenalter ausübte. Schon als Kind war für mich klar: Ich möchte Priester werden.
Ausbildung und Berufung
Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg. In dieser Zeit lernte ich die Franziskaner intensiver kennen, nahm an Freizeiten teil, lebte zeitweise in ihren Klöstern und half in der Straßenambulanz St. Ludwig mit.
1999 trat ich in den Orden der Franziskaner ein. Mein Noviziat verbrachte ich in Nürnberg und Simonshofen. Dort erhielt ich den Namen „Robert-Nathanael“. Seitdem lebe ich nach der franziskanischen Regel mit den Gelübden Armut, Keuschheit und Gehoram.
Mein franziskanisches Leben
Franziskus von Assisi hat mein Denken und Handeln geprägt. Seine Einfachheit, seine Liebe zu den Menschen am Rand und seine Freude am Leben sind für mich mehr als nur Ideale – sie sind Wegweiser.
In meinen Jahren als Franziskaner habe ich gelernt, mit offenen Händen zu leben: nichts festzuhalten, sondern zu teilen. Gemeinschaft, Freundschaft und die Bereitschaft, füreinander einzustehen, waren immer die Mitte.
Ich habe erlebt, dass franziskanisches Leben nicht an Klostermauern gebunden ist. „Unser Kloster ist die Welt“ – das ist für mich kein Spruch, sondern Wirklichkeit: in der Seelsorge, in der Begegnung mit Armen und Kranken, in der Begleitung von Jugendlichen, in der Ökumene und im Einsatz für Gerechtigkeit.
Auch im Ruhestand bleibt das franziskanische Leben mein Herzschlag: arm und frei zu sein, Gott und den Menschen mit Freude zu dienen.
Priesterlicher Dienst
Ich war Kaplan und Pfarrer in Nürnberg und Lauf an der Pegnitz, später Pfarrer in Dingolfing. Weitere Aufgaben waren die Gefängnisseelsorge, die Notfallseelsorge und die Tätigkeit als Bezirksseelsorger.
Papst Franziskus ernannte mich zum Ehrenprälaten.
Meine Schwerpunkte lagen stets in der Jugendarbeit, in der Begleitung von Menschen in Krisen und in einer lebensnahen Pastoral, die Einfachheit und Freude ausstrahlt.
Leben heute
Aufgrund von Parkinson, einer chronischen Leukämie und einer überstandenen Krebserkrankung lebe ich heute im vorzeitigen Ruhestand in der Seniorenresidenz St. Jakobus in Bischofsmais.
Dort wirkte ich, bis Januar 2026, als Hausgeistlicher, Vorsitzender des Heimbeirates und leite die KSSA. Außerdem helfe ich in Gemeinden aus, übernehme Urlaubsvertretungen und halte weiterhin Gottesdienste und Predigten.
Engagement und Haltung
Mein Herz schlägt für die Ökumene – die Trennung der Christenheit ist für mich eine Wunde, die Heilung braucht. Ebenso engagiere ich mich in Reformgruppen wie „Out in Church“, die für eine angstfreie und offene Kirche einstehen.
Schon seit meinem 14. Lebensjahr bin ich Mitglied im Bayerischen Roten Kreuz, außerdem engagiere ich mich bei den Maltesern, in der SPD, in kirchlichen Vereinen und in Initiativen für queere Menschen.
Ich bin Mitglied und Pfarrer beim SSV Jahn Regensburg e.V.
Ich bin Mitglied und Pfarrer beim SSV Jahn Regensburg e.V.
Musik und Freizeit
Die Musik begleitet mich seit vielen Jahren. Ich spiele Bass und singe in der Band „Modern Church“, die christliche Lieder, Gospel und Popmusik bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Festen zum Klingen bringt.
In meiner Freizeit lese ich, koche gerne für Freunde, verbringe Zeit in der Natur und engagiere mich in sozialen Medien mit Texten, Podcasts und Projekten wie dem Verein „franziskanisch leben“.
Persönliches
Viele nennen mich „Bär“ – ein Spitzname, der zu mir passt: herzlich, gemütlich, aber auch durchsetzungsstark, wenn es nötig ist.
Ich mag Katzen und Braunbären, weil ich mich in ihrem Wesen wiedererkenne. Mein Freundeskreis ist bunt und vielfältig: Christen und Nichtchristen, jung und alt, queere und heterosexuelle Menschen. Das Leben ist bunt – Gott sei Dank.
Meine Kindheit war nicht immer leicht: Gewalt und Missbrauch haben Spuren hinterlassen. Zugleich durfte ich aber auch viele liebevolle Menschen erleben, die mich gestärkt und geprägt haben.
Lebensmotto
Trotz aller Höhen und Tiefen bleibe ich dem Motto des heiligen Don Bosco treu:
„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“
Nach der Regel unseres Ordensgründers Franziskus
'Unser Kloster ist die Welt"
Nach der Regel unseres Ordensgründers Franziskus
'Unser Kloster ist die Welt"